Geschichte 

Die Idee zum Frauenstadthaus entstand 1986. Die Bremer ArchitektInnen Inge Mohrmann und Marlies Hestermann besuchten eine Fachveranstaltung zum Thema „Frauenplanung“ – und ließen sich inspirieren. 
Für ihr frauenspezifisches Bauvorhaben hoben sie die Trennung zwischen Bauplanung und -ausführung weitestgehend auf. Ihr Ziel: die unterschiedlichsten Fachfrauen am Bau arbeiten und lernen gemeinsam und fachübergreifend in einem 3-jährigen Qualifizierungsprojekt. Anschließend sollten die Frauen die Möglichkeit haben, sich mit ihren Betrieben und Geschäftsideen im Haus niederzulassen.

Planung und Erwerb

Rechtsform und Finanzierung wurden geklärt, Zuschüsse eingeworben. Die Suche nach einem geeigneten Objekt war zäh, die Angebote wenig attraktiv. Erst im Frühjahr 1989 wurde das Gebäude Am Hulsberg 11 in Augenschein genommen. Das Altbremer Haus, mit anschließendem Gewerbeteil, war nach drei Jahren Leerstand innen wie außen in einem komplett maroden Zustand. Der Weg bis zum Kauf im November 1989 gestaltete sich dramatisch. Am 28.11.1989 war es dann endlich soweit: Bei einer Zwangsversteigerung, die spannender kaum sein konnte, wurde das Gebäude Am Hulsberg 11 von der inzwischen gegründeten FRAUENSTADTHAUS GmbH erworben.

Das ursprüngliche Nutzungskonzept musste aufgrund der geringeren Größe des Gebäudes verändert werden; der Schwerpunkt lag jetzt auf Gewerbe und Dienstleistung, ein Wohnbereich konnte nicht realisiert werden. Drei Jahre Vorbereitung und langer Atem - und jetzt ging es erst richtig los!

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Bauphase – Renovierung

Das Frauenbauprojekt unter der Trägerschaft der Bewohnerberatung e.V. hatte die Aufgabe, innerhalb von drei Jahren (Nov.89 - Nov.92) das von der Frauenstadthaus GmbH erworbene Gebäude unter ökologischen und baubiologischen Gesichtspunkten instand zu setzen. Von Beginn an war ein Frauen-Bau-Projekt geplant, das der Qualifizierung von Frauen in Handwerksberufen dienen sollte.

Innerhalb dieser drei Jahre konnten die Gesellinnen aus dem Bauhandwerk die erforderliche Berufspraxis sowie Weiterbildung zur Zulassung der Meisterinnenprüfung erwerben und sich im Hause selbständig machen. Bei den Gewerken handelte sich um Tischlerinnen, Malerinnen und Elektrikerinnen. Neben 19 Bauhandwerkerinnen waren zwei Architektinnen, eine Betriebswirtin, eine Volkswirtin, eine Pädagogin, eine Tischlermeisterin, eine Verwaltungsfachfrau und zwei Bauhelferinnen im Projekt beschäftigt.

Ein Ziel des Frauen-Bau-Projektes war, dass die Handwerkerinnen Betriebe im Frauenstadthaus gründen. Zwar kam es nicht dazu, doch hat der Großteil der Frauen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden, ein Teil hat sich selbständig gemacht.

Seitdem

Im Frauenstadthaus sind in erster Linie Dienstleisterinnen vertreten. Alle Praxen und Betriebe stehen auf wirtschaftlich soliden Füßen, Insolvenzen hat es in diesem Haus noch nicht gegeben. Auch die geringe Fluktuation ist ein Indiz dafür, dass die hier tätigen Frauen zum einen unternehmerisch erfolgreich sind und zum anderen offensichtlich eine gute Standortwahl getroffen haben.

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